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UNICEF Kinderfreundliche Gemeinde

UNICEF-Label Kinderfreundliche Gemeinde

Das UNICEF-Label „Kinderfreundliche Gemeinde“ ist ein Bekenntnis zur kommunalen Umsetzung der Kinderrechtskonvention sowie zur kontinuierlichen Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendfreundlichkeit einer Gemeinde. Arbon trägt das Label seit 2016. Gemeinsam engagieren sich die Primarschulgemeinden Arbon, Frasnacht und Stachen, die Sekundarschulgemeinde Arbon sowie die Stadt Arbon für eine kinder- und jugendfreundliche Entwicklung.

Aktueller Aktionsplan

Aktionsplan 2024 bis 2028

Im UNICEF-Aktionsplan 2024 bis 2028 ist die gemeinsame Kinder- und Jugendpolitik der Stadt Arbon sowie der Arboner Schulgemeinden festgehalten.

Die Stadt Arbon erlangte 2016 gemeinsam mit den Primarschulgemeinden Arbon, Frasnacht und Stachen sowie der Sekundarschulgemeinde Arbon das UNICEF-Label „Kinderfreundliche Gemeinde“.

Der Aktionsplan 2024 bis 2028 gliedert sich in die vier Säulen Förderung, Mitwirkung und Schutz sowie transversale Themen. Die drei Säulen Förderung, Mitwirkung und Schutz leiten sich ab aus der Bundesverfassung, dem nationalen Kinder- und Jugendförderungsgesetz, der von der Schweiz ratifizierten internationalen UN-Kinderrechtskonvention und der Vision Kinderrechte im Kanton Thurgau. Zusätzlich werden Querschnittsthemen in einer vierten Säule aufgeführt.

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1. Kinder- und Jugend­förderung

Die Massnahmen zur Kinder- und Jugendförderung zielen darauf ab, Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer junge Menschen gut leben und sich entfalten können.

  1. 1.1 Freizeitinfrastruktur und -angebote

    1. 1.1.1 Evaluation und allfällige Verlängerung des Angebots „Sportfabrik junges Arbon“

      Es besteht ein attraktives und niederschwelliges Sportangebot für Kinder und Jugendliche während der Winterzeit, sofern dies einem Bedürfnis entspricht.

    2. 1.1.2 Weiterentwicklung des Angebots „FerienSpass Arbon“

      In Arbon besteht ein sinnvolles Freizeitangebot für alle Kinder in den Frühlings-, Sommer- und Herbstferien.

    3. 1.1.3 Fördern der Vereinslandschaft

      Tragfähige zivilgesellschaftliche Strukturen fördern eine positive Sozialisation junger Menschen und stärken das Zusammenleben und Gemeinwohl.

    4. 1.1.4 Förderung der Vergünstigung mit der „KulturLegi“

      Erhöhung gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Familien.

    5. 1.1.5 Punktuelle Optimierung der Freizeitinfrastruktur der Stadt

      Arboner Kindern, Jugendlichen und Familien steht eine bedürfnisorientierte und fördernde städtische Freizeitinfrastruktur zur Verfügung.

    6. 1.1.6 Punktuelle Optimierung der Freizeitinfrastruktur der Schule

      Arboner Kindern, Jugendlichen und Familien steht im Bereich Schule eine bedürfnisorientierte und fördernde Freizeitinfrastruktur zur Verfügung.

  1. 1.2 Begegnungsorte für Kinder und Jugendliche

    1. 1.2.1 Evaluation der Pilotphase des Familienzentrums und bei Bedarf allfälliges Überführen in ein Dauerangebot

      Erziehenden und deren Kindern ab dem Vorschulalter steht ein Begegnungsort zur Verfügung, welcher eine niederschwellige Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch bietet und die Chancengerechtigkeit stärkt.

    2. 1.2.2 Raum schaffen für Kinder und Jugendliche, in denen sie sich treffen und selbstverwaltet Events organisieren können

      Kindern und Jugendlichen steht für ihre Freizeitgestaltung ein Begegnungsort im Sinne eines „Jugendkulturraums“ zur Verfügung, der von Kindern und Jugendlichen für unterschiedliche Zwecke genutzt werden kann und dessen regelmässiger Zugang für unterschiedliche Altersgruppen sichergestellt ist.

  1. 1.3 Nahtstelle Sekundarstufe 1 – Sekundarstufe 2

    1. 1.3.1 Weiterführen des regelmässigen und systematischen Austausches der Sekundarschule mit dem Kanton und den Leistungserbringenden

      Die Schnittstelle Sekundarstufe 1 und 2 ist gepflegt und das Hilfsnetz möglichst eng geknüpft.

    2. 1.3.2 Regelmässigen Austausch der Sekundarschule mit Anspruchsgruppen aus der Wirtschaft weiterführen

      Lehrpersonen und Arbeitgebende kennen die gegenseitigen Anliegen und sorgen für einen gelingenden Übergang zwischen Sekundarstufe 1 und 2.

2. Kinder- und Jugend­mitwirkung

Die Massnahmen zur Kinder- und Jugendmitwirkung zielen darauf ab, dass Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen, die sie betreffen, mitreden und mitgestalten können.

  1. 2.1 Gemeinsames Verständnis von bedeutungsvoller und inklusiver Partizipation fördern

    1. 2.1.1 Gemeinsames Verständnis betreffend Partizipation von Kindern und Jugendlichen bei Verantwortlichen von Schule und Stadt

      Entwicklung eines Partizipationsverständnisses bei Verantwortlichen von Schule und Stadt unter Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten und Nutzung von Synergien.

    2. 2.1.2 Koordination und Qualitätssicherung Partizipations­prozesse innerhalb Stadtverwaltung

      Innerhalb der Stadt Arbon besteht ein gemeinsames Partizipationsverständnis und zentrale Aspekte bezüglich Qualität und Koordination sind definiert.

  1. 2.2 Flächendeckende institutionalisierte Kinder- und Jugendpartizipation

    1. 2.2.1 Institutionalisierte Partizipation in den Klassen und Schulhäusern

      In Arbon bestehen institutionalisierte, flächendeckende und zielgruppengerechte Partizipationsmöglichkeiten in allen Klassen und Schulhäusern, die politische Bildung wird gestärkt und Kinder und Jugendliche werden bei der Realisierung eigener Anliegen unterstützt.

    2. 2.2.2 Kinder und Jugendliche können sich zu städtischen Themen einbringen

      In Arbon besteht eine institutionalisierte und zielgruppengerechte Partizipationsmöglichkeit für Kinder und Jugendliche zu gesamtstädtischen Themen.

    3. 2.2.3 Die schulergänzende Betreuung (SEB) Arbon und Frasnacht überprüfen regelmässig ihr Angebot

      Die Angebote der SEB der Primarschulgemeinden Arbon und Frasnacht berücksichtigen die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen.

  1. 2.3 Projektspezifische Mitwirkung

    1. 2.3.1 Projektspezifische Mitwirkung für Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen, welche für ihre Lebenswelt relevant sind im Zuständigkeitsbereich der Stadt

      Bei Entwicklungsprojekten der Stadt Arbon ist eine sinnvolle Beteiligung von Kindern und Jugendlichen geprüft. Entsprechende Mitwirkungsformate überzeugen durch inhaltliche Qualität und Wiedererkennbarkeit. Die Kinder- und Jugendfreundlichkeit von Lebensräumen ist erhöht.

    2. 2.3.2 Projektspezifische Mitwirkung für Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen, welche für ihre Lebenswelt relevant sind im Zuständigkeitsbereich der Schulen

      Bei Entwicklungsprojekten der Schulgemeinden ist eine sinnvolle Beteiligung von Kindern und Jugendlichen geprüft. Entsprechende Mitwirkungsformate überzeugen durch inhaltliche Qualität und Wiedererkennbarkeit. Die Kinder- und Jugendfreundlichkeit von Lebensräumen ist erhöht.

    3. 2.3.3 Zweiter Stadtworkshop junges Arbon

      Kinder und Jugendliche können mittels eines ergebnisoffenen Mitwirkungsprozesses eigene Ideen und Anliegen einbringen und mit Gleichaltrigen realisieren.

3. Kinder- und Jugendschutz

Die Massnahmen zum Kinder- und Jugendschutz zielen darauf ab, dass Kinder und Jugendliche in einer sicheren und unterstützenden Umgebung aufwachsen können.

  1. 3.1 Kinder und Jugendliche in der Beratungsarbeit

    1. 3.1.1 Sensibilisieren relevanter Fachpersonen aus Verwaltung und Behörden für die Anhörungsrechte von Kindern und Jugendlichen

      Fachpersonen aus der Verwaltung, dem Bildungs- und Gesundheitsbereich sind betreffend Anhörungsrechte von Kindern und Jugendlichen sensibilisiert.

    2. 3.1.2 Die Anliegen von besonders Schutzbedürftigen sind in der Beratungsarbeit im Fokus

      Die Anliegen und Bedürfnisse von besonders schutzbedürftigen Personen werden in der Beratungsarbeit erkannt und berücksichtigt, insbesondere wird auf Barrierefreiheit (einfache Sprache etc.) sowie auf Sensibilität betreffend sozioökonomischer und geografischer Herkunft geachtet.

  1. 3.2 Schulische Präventions­angebote und -projekte

    1. 3.2.1 Aufeinander aufbauende schulische Präventionsangebote, die den aktuellen Bedürfnissen entsprechen

      In Arbon entsprechen schulische Präventionsangebote den aktuellen Bedürfnissen, sie bauen aufeinander auf und entsprechende Synergien der einzelnen Schulgemeinden, Schulhäusern und der Stadt werden erkannt und genutzt.

  1. 3.3 Angebote für Erziehende

    1. 3.3.1 Weiterentwicklung der schulischen Elternmitwirkung

      In allen Schulhäusern besteht eine geeignete Form für Elternmitwirkung.

    2. 3.3.2 Bildungs- und Informationsangebote zur Stärkung der Erziehenden

      In Arbon werden alle Erziehungsverantwortlichen von der Schwangerschaft bis zum Schulaustritt ihrer Kinder bei der Ausführung ihrer Aufgaben gestärkt und potentielle Folgekosten werden verringert.

4. Transversale Themen

Die Massnahmen zu den transversalen Themen zielen darauf ab, attraktive, nachhaltige und sichere Lebensräume zu schaffen. Zusätzlich berücksichtigen sie die Bereiche digitale Transformation und Kommunikation.

  1. 4.1 Zusammenleben im sozialen Raum

    1. 4.1.1 Weiterentwicklung der Vermittlungsplattform „lokal engagiert?!“

      Kindern und Jugendlichen stehen Vertrauenspersonen aus der Nachbarschaft zur Verfügung, um allfällige alltägliche Herausforderungen zu meistern und die Resilienz der Kinder und Jugendlichen zu stärken.

    2. 4.1.2 Umsetzen eines Austauschgefässes für freiwillig Engagierte

      Freiwilliges Engagement als wichtige gesellschaftliche Ressource wird wertgeschätzt und engagierte Personen sind durch Vernetzung und Weiterbildung handlungsfähig und gestärkt.

    3. 4.1.3 Durchführen von Stadtworkshops in einzelnen Stadtteilen

      In definierten Arboner Quartieren kann die Bevölkerung unabhängig von Alter und Herkunft ihren Lebensraum mitgestalten, eigene Ideen und Anliegen zur Entwicklung des Stadtteils einbringen und bei der Umsetzung mitwirken.

    4. 4.1.4 Fördern der Teilhabemöglichkeiten an städtischen Angeboten

      Bei Behördengängen und städtischen Angeboten sind minimale Standards betreffend Kinder-, Jugend- und Familienfreundlichkeit wie Zugang und Teilhabemöglichkeiten gewährleistet.

    5. 4.1.5 Realisierung des „Spielstädtlis“ in der Altstadt

      Die Kinder- und Jugendfreundlichkeit sowie die Attraktivität des „Lebensraums Altstadt“ für Kinder und Jugendliche ist erhöht.

    6. 4.1.6 Erarbeiten eines Kurzkonzepts „Chancengerechtigkeit und Teilhabe“

      Die Chancengerechtigkeit und Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und deren Familien ist gestärkt.

  1. 4.2 Sicherheit im öffentlichen Raum und Raumplanung

    1. 4.2.1 Sicherheit im sozialen Raum als Querschnittsaufgabe wahrnehmen

      Kinder und Jugendliche in der Stadt Arbon haben kurze und sichere Schulwege – sie fühlen sich im öffentlichen Raum sicher.

    2. 4.2.2 Raumfragen werden gemeinsam von Schule und Stadt bearbeitet

      Zentrale Raumfragen von Schule und Stadt sind koordiniert und Synergien werden genutzt.

  1. 4.3 Umweltfreundlicher Lebensraum

    1. 4.3.1 Steigern der Biodiversität im öffentlichen Raum

      Grünflächen sind ökologisch aufgewertet und naturnah gestaltet, damit Kinder und Jugendliche in einem umweltfreundlichen Lebensraum aufwachsen können.

    2. 4.3.2 Bei der Aussenraumgestaltung der Schulanlagen wird auf eine hohe Biodiversität geachtet

      Weiterentwickeln einer hohen Biodiversität bei der Aussenraumgestaltung der Schulanlagen.

  1. 4.4 Digitale Transformation

    1. 4.4.1 Digitalisierung in allen Handlungsfeldern mitdenken

      Die Chancen und Risiken bezüglich Partizipation, Förderung und Schutz von Kindern und Jugendlichen im Hinblick auf die Digitalisierung werden erkannt und bei der Realisierung des Aktionsplans bestmöglich und zum aktuellen Stand der Digitalisierung berücksichtigt.

    2. 4.4.2 Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken

      Schülerinnen und Schüler erhalten Kompetenzen, sich sozial verantwortungsvoll im Netz zu bewegen, die Chancen, Gefahren und Risiken zu kennen und sich entsprechend zu schützen.

  1. 4.5 Kommunikation

    1. 4.5.1 Kommunikation als Querschnittsaufgabe

      Die Stadt Arbon wird als kinder- und jugendfreundliche Stadt wahrgenommen und der gemeinsame Auftritt der involvierten Organisationen als „kinder- und jugendfreundliche Gemeinde Arbon“ ist gestärkt.

    2. 4.5.2 Kampagne „Junge wirken mit!“ wird weiterentwickelt

      Kinder und Jugendliche sind altersgerecht über ihre Rechte sowie über bestehende Angebote und Partizipationsmöglichkeiten informiert, die politische Bildung sowie eine Kultur der Mitwirkung werden gefördert.

Dokumente

Unterstützung

Die Erlangung sowie die Rezertifizierungen des UNICEF-Labels wurden von der Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen des Kantons Thurgau finanziell unterstützt.

Fachstelle für Kinder-, Jugend- und Familienfragen

Projektpartner

Kontakt

Bereich Gesellschaft

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