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Strandbad Buchhorn – ein Juwel ist 90

Auch in der zu Ende gehenden Badesaison hatten Besucherinnen und Besucher in Arbon die Wahl zwischen dem Schwimm- und dem Strandbad. Mittlerweile sind 90 Jahre vergangen, seit das Strandbad im Buchhorn eröffnet wurde – eine einzigartige Anlage von besonderer historischer Bedeutung.

Während das 1962 eröffnete Schwimmbad mit seinen verschiedenen Becken, dem 10-Meter-Sprungturm und der Wasserrutschbahn vorwiegend beim jüngeren Publikum Anklang findet, deckt das Strandbad im Buchhorn das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung ab. Entsprechend wird es insbesondere von jungen Familien und vom älteren Teil der Bevölkerung geschätzt. Hierher kommt in erster Linie, wer an idyllischer Lage in der Sonne liegen oder schwimmen und sich abkühlen möchte.

Denkmalgeschütztes Bauwerk

Der Schweizer Heimatschutz stuft das Arboner Strandbad als eines der schönsten Bäder des gesamten Landes ein. Die Anlage im Bauhausstil steht unter Denkmalschutz. Ihre Erstellung geht zurück auf die Anfänge der öffentlichen Badekultur. Der Bau des Strandbads Buchhorn startete 1928, eingeweiht wurde es am 22. Juli 1933. Die Baukosten beliefen sich auf rund 200‘000 Franken.

16'000 Stunden Frondienst

Das Strandbad entstand also in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, als grosse Teile der Bevölkerung ohne Arbeit waren. So wurde das Bad im Wesentlichen in Frondienst erstellt: Sportbegeisterte Arboner aus den Reihen der SP und des Arbeiterturnvereins initiierten die GASTRA (Gemeinschaftsarbeit Strandbad Arbon). Zusammen mit zeitweise über 200 gleichgesinnten Arbonerinnen und Arbonern leisteten sie bei der Terrassierung des einstigen Sumpfgebiets und dem Bau der Anlage rund 16'000 Arbeitsstunden. Dass der See auf diese Weise für die Bevölkerung erschlossen werden konnte, war aus Sicht der mehrheitlich sozialdemokratischen Stadtbehörde einerseits Arbeitsbeschaffung, andererseits ein Beitrag zur Volksgesundheit. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund überrascht es kaum, dass das Strandbad in der Bevölkerung einen besonders hohen Stellenwert geniesst.

Das Foto von 1935 zeigt die viel benutzte hölzerne Rutschbahn.
Bis Anfang der Sechzigerjahre hielten Extrazüge der SBB am improvisierten Perron direkt vor dem Strandbad.

Bilder zVg Historisches Museum Arbon

Kontakt für weitere Informationen:

Daniel Bachofen, Stadtrat Ressort Freizeit/Sport/Liegenschaften
daniel.bachofen@arbon.ch
078 756 78 21

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