Teil der Gesamtplanung war es, den Verkehr im Bereich des Arboner Bahnhofs konsequent auf die NLK zu lenken und den Schleichverkehr in Richtung Altstadt und Adolph-Saurer-Quai zu reduzieren oder gar zu unterbinden. Parallel dazu sollte die Situation für den Langsamverkehr optimiert und die Aufenthaltsqualität beim Bahnhof generell verbessert werden. In diesem Zusammenhang sind auch die Gespräche, Workshops und die Online-Mitwirkung zu sehen, welche sich 2021 und 2022 mit möglichen Massnahmen an der Bahnhofstrasse befassten. Im Rahmen der strategischen Planung wurde das Projekt schon in der letzten Legislatur vorbereitet und dann im Budget 2023 berücksichtigt.
Neben der flankierenden verkehrlichen Beruhigung der Bahnhofstrasse will der Stadtrat den öffentlichen Raum rund um den Bahnhof aufwerten: Die Ankommens- und Aufenthaltsqualität sollen verbessert werden. Neben den reinen verkehrstechnischen Eingriffen ist dafür die Platzierung von gestalterischen Elementen wie Pflanzen und die Schaffung grosszügiger Nutzflächen für den Langsamverkehr vorgesehen.
Auch bei diesen Massnahmen reichen die Wurzeln Jahre zurück: Unter dem Arbeitstitel "Fenster zum See" war schon vor geraumer Zeit die Schaffung eines Bahnhofplatzes angedacht worden, der sich vom Bahnhofsgebäude über die Bahnhofstrasse und den heutigen Metropol-Parkplatz bis zum Seeufer erstreckt. Eine Kappung der Bahnhofstrasse, wie sie ab Sommer 2024 versuchsweise umgesetzt werden soll, wäre Bedingung für die spätere Realisierung eines solchen Bahnhofplatzes.
Der Kostenvoranschlag für das Projekt Kappung Bahnhofstrasse / Aufwertung Bahnhofareal beläuft sich auf rund 160'000 Franken. Davon sind rund 85'000 Franken für diejenigen Massnahmen vorgesehen, die ausschliesslich der verkehrlichen Beruhigung dienen. Die Kosten für die Aufwertung und Verbesserung der Aufenthaltsqualität belaufen sich auf rund 75'000 Franken. Wie in dieser Projektphase nicht unüblich, können die tatsächlichen Kosten um +/- 20 Prozent von den genannten Beträgen abweichen. Aus diesem Grund hat der Stadtrat vorsorglich 200'000 Franken budgetiert. Tatsächlich geht er aber von deutlich tieferen Kosten aus.
Das als einjähriger Versuch konzipierte Projekt liegt noch bis zum 20. September 2023 öffentlich auf. Nach Abschluss der Versuchsphase soll basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen entschieden werden können, ob die Kappung definitiv umgesetzt werden soll. Wenn dem nicht so wäre, könnte die Kappung mit wenigen Signalisationsmassnahmen sowie Rückbau kleiner Einbauten im Strassenraum wieder aufgehoben werden. Die Aufwertungen des öffentlichen Raums hingegen bleiben in jedem Fall bestehen.
René Walther, Stadtpräsident
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