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Budget 2027 der Stadt Arbon

Bei Erträgen von rund 64,104 Mio. Franken und Aufwänden von rund 64,782 Mio. Franken resultiert in der budgetierten Erfolgsrechnung 2027 ein Aufwandüberschuss von 678’233 Franken. Die Investitionsrechnung sieht im Budget 2027 Nettoinvestitionen von 9,694 Mio. Franken vor. Der Aufwandüberschuss kann mit den in vergangenen Jahren kumulierten Bilanzüberschüssen verrechnet werden.

Die grundlegende finanzielle Ausgangslage der Stadt Arbon hat sich gegenüber dem vergangenen Jahr nicht wesentlich verändert. Die Stadt verfügt dank positiven Ergebnissen der Vorjahre über ein solides Eigenkapital. Gleichzeitig besteht bei der Geldflussrechnung weiterhin Handlungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf anstehende Investitionen in Infrastruktur und öffentliche Leistungen. Bei vertiefter Betrachtung des Finanzhaushaltes mit dem Finanzplan zeigt sich, dass die Stadt Arbon künftig grosse Herausforderungen zu stemmen hat. Negative Rechnungsergebnisse können mit dem aktuellen Eigenkapital gut aufgefangen werden. Wichtig ist, dass sich Aufwandüberschüsse nicht durch ein strukturelles Defizit jährlich wiederholen. Im laufenden Jahr hat das Stimmvolk einer Steuerfusssenkung um 2 Prozent auf aktuell 70 Prozent zugestimmt. Der Stadtrat empfiehlt der Bevölkerung aufgrund der strukturellen Herausforderungen und den neusten Erkenntnissen aus dem Finanzplan, den Steuerfuss bei 70 Prozent zu belassen.

Hochrechnung 2026 per 31. Mai 2026

Das Budget 2026 sieht einen Aufwandüberschuss von 325’655 Franken vor. Aufgrund der Hochrechnung, die während des Budgetprozesses erarbeitet wurde, geht die Verwaltung davon aus, dass das Jahr leicht positiver abschliessen könnte. Die Abweichungen sind in diversen kleineren Einzelpositionen und Transfererträgen zu finden. Aufgrund des weiterhin vorhandenen Veranlagungsrückstandes der Steuern sind diese Haupteinnahmen sehr schwierig zu prognostizieren. Um für die Budgetdiskussion aktuelle Grundlagen zu schaffen, hat der Stadtrat entschieden, per 31. Juli 2026 eine aktuelle Hochrechnung zu erstellen. Diese soll für die Debatte an der Parlamentssitzung vom 22. September 2026 zur Verfügung stehen. Somit können aktuelle Trends und eine veränderte Ausgangslage besser antizipiert werden.

Strukturelle Herausforderungen

Die wichtigsten relevanten Faktoren der letzten Rechnungsergebnisse finden sich in den Bereichen Steuern, Bewertung Finanzvermögen, Gesundheitskosten und gesetzliche wirtschaftliche Sozialhilfe. Das Budget 2027 sowie der Finanzplan ab 2028 zeigen diese unveränderte Entwicklung auf. Mit dem reduzierten Steuerfuss ab dem Jahr 2026 stehen der Stadt Arbon weniger Finanzmittel für ihre hoheitlichen Aufgaben sowie Investitionen in den Erhalt und die Weiterentwicklung der Infrastruktur zur Verfügung. 

Aufgrund der anhaltenden Alterung der Bevölkerung ist weiter von einer Steigerung von 3 bis 5 Prozent pro Jahr bei den Kosten für die ambulante und stationäre Pflege auszugehen. Mit der Revision des kantonalen Gesundheitsgesetzes will der Kanton die Finanzierung der Perspektive neu regeln. So ist davon auszugehen, dass sich der Kanton ab 2027 nicht mehr hälftig an den Pro-Kopf-Beiträgen beteiligt (rund 230'000 Franken). Vorgesehen ist, dass die Mehrkosten seitens der Gemeinden mit einer höheren Kostenbeteiligung an den ambulanten Pflegekosten kompensiert werden. Diese Erhöhung ist in der Aufgaben- und Verzichtsplanung des Kantons jedoch bereits in Frage gestellt. 

Mit Inkrafttreten des Entlastungspakets des Bundes ab 2027 erhalten die Kantone bzw. die Gemeinden für Menschen mit Status S nach fünf Jahren Aufenthalt keine Globalpauschalen mehr. So sind die Unterstützungsleistungen ab fünf Jahren Aufenthalt vollständig durch die Gemeinden zu finanzieren (wirtschaftliche Sozialhilfe). Dies wird ab dem Jahr 2027 in der Erfolgsrechnung der Stadt Arbon spürbar. Es fallen Einnahmen von rund 600'000 Franken weg, während die Sozialhilfeleistungen ansteigen werden, was zu erheblichen Einbussen (netto minus 900'000 Franken) führen wird.

Die aktuelle Situation der Finanzen der Stadt Arbon kann als stabil und solid bezeichnet werden. Es zeigt sich, dass sich einige relevante Faktoren so entwickeln, wie dies in früheren Budget- und Finanzplanungen prognostiziert worden war. Der Veranlagungsrückstand und die aktuelle Entwicklung beim generellen Wachstum sowie bei der wirtschaftlichen Entwicklung erschweren die Budgetierung. Es zeichnet sich ab, dass das Wachstum und die Sondereffekte die generellen Aufwandssteigerungen wahrscheinlich nicht kompensieren können. Die operative Tätigkeit verläuft solide, und die geplanten Entwicklungen der Stadt Arbon zur Verbesserung der Standortgunst und der Sicherung der Gebrauchstauglichkeit städtischer Angebote verlaufen entsprechend der Strategieplanung.

Investitionen

Der Investitionsdruck ist weiterhin hoch, und die Stadt ist bemüht, den Investitionsstau abzubauen. Aufgrund der stabilen Finanzlage können entsprechende Ausgaben getätigt und in die Attraktivität der Stadt investiert werden. Diverse Vorhaben stehen kurz vor der Umsetzung oder befinden sich im politischen oder rechtlichen Bearbeitungsprozess. Im Jahr 2027 sind Nettoinvestitionen in der Höhe von 9,694 Mio. Franken geplant und setzen sich aus Realisations- und Planungsprojekten zusammen (Planung Sanierung Stadthaus, Seeparksaal, Projektplanung neues Feuerwehrdepot, Schlossturm, Schwimmbad Ufersanierung, Sportanlagen, Kantons- und Gemeindestrassen, Fahrzeugersatz Werkhof, Friedhofkapelle usw.). Durch die Investitionen werden die Abschreibungsaufwände und Kapitalkosten ansteigen, was die Erfolgsrechnung belastet. 

Über das Budget 2027 der Stadt Arbon berät das Stadtparlament am 22. September 2026. Das Stimmvolk befindet am 29. November 2026 an der Urne darüber.

Kontakte für weitere Informationen:

René Walther, Stadtpräsident
rene.walther@arbon.ch
071 447 61 01

Pascal Büchler, Leiter Abteilung Finanzen
pascal.buechler@arbon.ch
071 447 61 09

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