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Stadt Arbon präsentiert Budget 2026 bei stabiler Finanzlage

Bei Erträgen von rund 63,104 Mio. Franken und Aufwänden von rund 63,561 Mio. Franken resultiert in der budgetierten Erfolgsrechnung 2026 ein Aufwandüberschuss von 457'485 Franken. Die Investitionsrechnung sieht im Budget 2026 Nettoinvestitionen von 10,837 Mio. Franken vor. Zudem soll in Liegenschaften im Finanzvermögen netto 0,68 Mio. Franken investiert werden. Die Finanzlage der Stadt ist weiterhin stabil, und der Aufwandüberschuss kann mit den in vergangenen Jahren kumulierten Bilanzüberschüssen kompensiert werden.

Die Rechnungen der vergangenen Jahre schlossen jeweils deutlich besser ab als budgetiert. Dies hatte verschiedene Ursachen. Im letzten Jahr konnte aufgrund der Neubewertungen des Finanzvermögens ein starker Anstieg des Eigenkapitals verbucht werden. Diese Resultate sind entsprechend einzuordnen. Die Stadt Arbon konnte in den letzten Jahren Reserven bilden und Schulden zurückzahlen. Diese Faktoren geben der Stadt Arbon die Möglichkeit, in den aktuell sehr herausfordernden Zeiten weiterhin in die Weiterentwicklung zu investieren. 

Die Budgetgenauigkeit im rein operativen Bereich der Verwaltung ist weiterhin hoch. Die vertiefte Betrachtung des Finanzhaushaltes mit dem Finanzplan zeigt, dass die Stadt Arbon künftig grosse Herausforderungen zu stemmen hat. Die wirtschaftlichen Perspektiven sind sehr ungewiss. Gerade bei jenen zahlreichen Firmen in Arbon, die in der internationalen Zulieferindustrie tätig sind, sind Prognosen sehr schwierig zu treffen. Wie sich die Zollpolitik der USA effektiv auf die Wirtschaft auswirkt und wie nachhaltig diese Veränderungen sind, ist nicht absehbar. Zudem beeinflussen die Sparmassnahmen seitens Kanton Thurgau, wie beispielsweise Kürzungen im Sonderlastenausgleich, die städtischen Finanzen. Negative Rechnungsergebnisse können mit dem aktuellen Eigenkapital gut aufgefangen werden. Wichtig ist, dass sich Aufwandüberschüsse nicht durch ein strukturelles Defizit jährlich wiederholen. Der Stadtrat empfiehlt der Bevölkerung aufgrund der Erkenntnisse aus dem Finanzplan, den Steuerfuss bei 72 Prozent zu belassen.

Hochrechnung 2025

Das Budget 2025 sieht einen Aufwandüberschuss von 200'041 Franken vor. Aktuell wird – vorsichtig prognostiziert – von einem Ertragsüberschuss von rund 625'000 Franken ausgegangen. Haupttreiber dieser Entwicklung sind ausserordentliche Einnahmen bei den Steuern. Aufgrund der Aufarbeitung des Veranlagungsrückstandes und einmaligen Ereignissen werden Mehreinnahmen bei den Steuern früherer Jahre zu verzeichnen sein.

Gesundheitskosten

In der ambulanten Krankenpflege wird bei der Restkostenfinanzierung der Spitex RegioArbon von einer Stabilisierung der Kosten ausgegangen. Die Pflegetarife konnten seitens Spitex gesenkt werden. Aktuelle Hochrechnungen deuten darauf hin, dass die Aufwendungen für die Restkostenfinanzierung privater Spitex-Organisationen ebenfalls auf dem heutigen Niveau budgetiert werden können.

Trotz der voraussichtlichen Dämpfung des Kostenwachstums im Bereich der ambulanten Pflege ist in den Folgejahren weiterhin davon auszugehen, dass sich der langjährige Trend von steigenden Kosten in der ambulanten Pflege ab 2027 wieder fortsetzt. Dies hat im Wesentlichen zwei Gründe: Einerseits verfolgt die nationale Politik in der Gesundheitsversorgung die strategische Ausrichtung "ambulant vor stationär", und Spitalaustritte erfolgen früher. Dies hat zur Folge, dass sich der ambulante Pflegeaufwand für die Nachbetreuung vergrössert. Andererseits hat sich in den letzten Jahrzehnten das individuelle Bedürfnis, möglichst lange in einer privaten Wohnsituation verbleiben zu können, stark entwickelt, und die Komplexität der Pflegesituationen hat zugenommen. 

Soziale Sicherheit

Das Reglement zum Bezug von Betreuungsgutschriften wird seit Sommer 2024 umgesetzt. Die Budgetierung konnte für das neue Subventionsmodell in der familien- und schulergänzenden Betreuung erstmals auf der Grundlage von Hochrechnungen erstellt werden. Sowohl in der familienergänzenden (plus 60'000 Franken) als auch in der schulergänzenden Betreuung (plus 50'000 Franken) sind höhere Ausgaben als 2025 budgetiert. Da das Angebot der schulergänzenden Betreuung (SEB) vermehrt nachgefragt wird, erweiterte die Primarschulgemeinde Arbon per Februar 2025 nochmals das Angebot. Gemäss Parlamentsbeschluss teilen sich Stadt sowie Primarschulen mit SEB die Kosten der Betreuungsgutschriften für die schulergänzende Betreuung im Verhältnis 80:20.

Die aktuelle Hochrechnung 2025 und die Prognose für das Budget 2026 kündigen im Bereich der individuellen Prämienverbilligung (IPV) Kostensteigerungen für die Gemeindebeiträge an (plus 190'000 Franken). Die Ausgaben müssen ohne eine mögliche Einflussnahme durch die Politischen Gemeinden anteilmässig getragen werden.

Im Bereich der gesetzlichen wirtschaftlichen Hilfe steigt der Nettoaufwand um rund 575'000 Franken gegenüber dem Budget 2025. Ab dem vierten Quartal 2024 ist eine deutliche Zunahme der Dossierzahlen zu verzeichnen, die sich bis Ende März 2025 ungebremst fortsetzt. Die Hochrechnung für das Jahr 2025 zeigt bei den Sozialhilfekosten einen Mehraufwand gegenüber dem Budget von rund 330'000 Franken. Die grösste Differenz ergibt sich aufgrund tieferen Einnahmen aus dem kantonalen Sozialkostenlastenausgleich als angenommen. Ab 1. Januar 2026 erhöht sich aufgrund einer SKOS-Revision der Grundbedarf für die Sozialhilfebeziehenden um rund 3 Prozent. Zudem ist mit steigenden Krankenkassenprämien, höheren Kosten für Fremdplatzierungen und steigenden Mietzinsen zu rechnen. 

Aktuelle Konjunkturprognosen sind zwar mit den üblichen Unsicherheiten behaftet, sie gehen aber von einem leichten Wirtschaftswachstum im Umfang von 1,3 Prozent für das Jahr 2025 und 1,2 Prozent für das Jahr 2026 aus. Bei der Budgetierung wird eine eher geringe Dossierzunahme von 2 Prozent gegenüber 2025 angenommen. Die aktuelle geopolitische Lage ist von grosser Komplexität und Unsicherheit geprägt. Es gibt eine Vielzahl von Konflikten und Spannungen, die sich auf die Wirtschaft und Gesellschaft auswirken. Diese Auswirkungen sind nur schwer prognostizierbar.

Investitionen

Die Stadt Arbon hat in den vergangenen Jahren für den Werterhalt eher zurückhaltend investiert. Dadurch war der Selbstfinanzierungsgrad sehr gut, und Schulden konnten abgebaut werden. Der Investitionsdruck ist weiterhin hoch. Aufgrund der stabilen Finanzlage können entsprechende Ausgaben getätigt und so in die Attraktivität der Stadt investiert werden. Diverse Vorhaben stehen kurz vor der Umsetzung oder befinden sich im politischen oder rechtlichen Prozess in Bearbeitung. Im Jahr 2026 sind Nettoinvestitionen in der Höhe von 10,837 Mio. Franken geplant (Seeparksaal, Schloss, Schwimmbad, Sportanlagen, Gemeindestrassen, Friedhofkapelle usw.). Durch die Investitionen werden die Abschreibungsaufwände und Kapitalkosten ansteigen, was die Erfolgsrechnung belastet. 

Über das Budget der Stadt Arbon 2026 berät das Stadtparlament am 23. September 2025. Das Stimmvolk befindet am 30. November 2025 an der Urne darüber.

Kontakte für weitere Informationen

René Walther, Stadtpräsident
rene.walther@arbon.ch
071 447 61 01

Pascal Büchler, Leiter Abteilung Finanzen
pascal.buechler@arbon.ch
071 447 61 09

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