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Naturnahe Gestaltung von Grünflächen

​Allgemeine Informationen

Durch bauliche und landwirtschaftlichen Massnahmen wurden einheimische Pflanzen und Wildtiere zurückgedrängt. So wurden nicht nur Lebensräume zerstört, sondern auch wichtige Verbindungen der natürlichen Lebensräume wurden gekappt. Grünflächen wie Gärten oder auch Balkone können als wichtige Verbindungselemente bzw. Korridore dienen. Das Fördern von einheimischen Wildtier- und Pflanzenarten trägt zu einer Vergrösserung und Erhaltung der Biodiversität bei. 

Der Klima-Garten (BAFU 2023)
Möchten Sie Ihren Garten oder Balkon ökologisch aufwerten? 

Im eigenen Garten oder auf dem Balkon können durch einfache Massnahmen attraktive Lebensräume für Tierarten entstehen – schon auf wenigen Quadratmetern lässt sich viel erreichen. 

Finanzielle Fördermittel 
Mit dem Förderprogramm Energie- und Umweltfonds der Stadt Arbon werden Massnahmen zur Förderung der Biodiversität finanziell unterstützt. Dazu gehören Dachbegrünungen, Fassadenbegrünungen, die Pflanzung eines Baums oder einer Hecke und die Umgestaltung naturnaher Grünflächen (Massnahmen 18 bis 22 im Förderprogramm).

Beratungen 
Möchten Sie Ihren Garten oder Balkon naturnah gestalten, wissen aber nicht wie? Der Kanton Thurgau bietet für 60 CHF eine Gartenberatung bei Ihnen zu Hause an. Anfragen per E-Mail (naturdaheim@tg.ch) oder Telefon (079 447 02 96) sind kostenlos. Sie können die Vorschläge der Beratungsstelle selbst umsetzen – oder engagieren dafür ein Gartenbauunternehmen.

Blütenmeer für das ganze Jahr 
Von den Blättern, Pollen und dem Nektar von einheimischen Blumen, Stauden und Sträuchern bilden die Futtergrundlage für einheimische Insekten. Wählen Sie eine möglichst breite Pflanzenwahl, damit von Frühling bis Herbst immer etwas blüht. So wird nicht nur ein Paradies für Vögel und Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge oder Käfer geschaffen, die frohe Farbenvielfalt erfreut auch das Auge. Verzichten Sie unbedingt auf Pestizide oder Kunstdünger, da sie für Insekten schädlich sind und den Boden belasten. Im Merkblatt Blütenmeer finden Sie Inspiration für die richtige Wildpflanze für Ihren Garten oder Balkon. In der Broschüre "Thurgauer Wildstauden" sind über 50 einheimische Wildstauden und ihre wichtigsten Eigenschaften wie Wuchs, Nutzen für Insekten etc. beschrieben. Im Stadthaus Arbon beim Bereich Umwelt/Energie (3. OG) können kostenlos Exemplare abgeholt werden (begrenzte Anzahl).

Extensiv genutzte Flächen 

Beispiel einer blühenden Blumenwiese (Umweltberatung-Luzern)

In vielen Gärten gibt es den typischen englischen Rasen. Dieser braucht viel Pflege, wird oft gemäht und bietet den Wildtieren weder Nahrung noch Versteckmöglichkeiten. Wenn Sie keine Spiel- oder Liegefläche benötigen, können Sie Rasenflächen in Blumenwiesen oder Blumenrasen umwandeln. Blumenwiesen sind ein ökologischer und optisch attraktiver Lebensraum, wo spannende Beobachtungen gemacht werden können, z.B. können Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Käfer oder sogar Igel auftauchen. Mähen Sie diese ein- bis zweimal im Jahr. Lassen Sie jedes Mal an einem anderen Ort einen Streifen stehen. So können die Blumen versamen, und es bleibt Nahrung für Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge übrig. Die Pflege und das Aussehen im ersten Jahr weichen stark von den Folgejahren ab. Eine Blumenwiese ist meist erst im zweiten Jahr blütenreich. Eine Blumenwiese eignet sich nicht für eine Spielwiese, dafür sind Blumenrasen besser geeignet. 


Nistplätze und Verstecke
Neben Wildpflanzen sind auch Kleinstrukturen für Rückzugs- oder Nistmöglichkeiten wichtig. Schaffen Sie im Garten einen Stein-, Laub- oder Asthaufen, Wildhecken, Trockenmauern, Tümpel, stehen gelassene Pflanzenstängel oder offene, sandige Flächen. Sie dienen für Wildtiere wie dem Igel, Eidechsen oder Wildbienen als wertvolle Verstecke zum Ruhen und Nisten oder Plätze zum Überwintern. Auch einheimische Bäume oder Sträucher sind eine Nahrungsquelle und Strukturen für Vögel und Insekten. Dornensträucher bieten eine geschützte Nist- und Versteckmöglichkeit für Wildtiere. Mehr Information zum Anlegen solcher Strukturen finden Sie hier

Beispiel eines Asthaufens der für Igel einen Unterschlupf bildet (Kanton Thurgau)

 

Entfernen von invasiven Pflanzen
Exotische Problempflanzen, auch bekannt als invasive Neophyten, sind gebietsfremde Pflanzen. Sie können sich stark verbreiten und dadurch zu Problemen führen: Verdrängen der einheimischen Flora und Fauna, Schäden an Bauwerken, Beeinträchtigung der Gesundheit und höhere Unterhaltskosten. 
Zur korrekten Bekämpfung von invasiver Neophyten gehört die richtige Entsorgung des Pflanzenmaterials. Alle fortpflanzungsfähigen Pflanzenteile können nicht kompostiert oder liegengelassen werden, da sonst die Gefahr der Verbreitung zu gross ist. Deshalb müssen im Kehricht entsorgt werden. Der Neophytensack kann kostenlos im Stadthaus Arbon beim Bereich Umwelt/Energie (3. OG) abgeholt werden. Der gefüllte Neopyhtensack kann im RAZ Hefenhofen abgegeben werden.

 Praxishilfe Neopyhten – Problempflanzen erkennen und richtig handeln.
 Was gehört in den Neopyhtensack? 

Neophytensack (Kanton Thurgau, 2024)

 

Der Klima-Garten
Nebst der Förderung von Biodiversität bietet der Garten ein Potenzial zu einer positiven Klimawirkung. Der Leitfaden zum Klima-Garten zeigt verschiedene Möglichkeiten auf, wie Garten, Gebäude und Umgebung so gestaltet werden können, damit diese eine kühlenden Wirkung entfalten und die Biodiversität fördern. Der Fokus liegt bei den Themen Vegetation, Boden und Wasser. Ausgedruckte Exemplare des Leitfadens können im Stadthaus Arbon beim Bereich Umwelt/Energie (3. OG) kostenlos abgeholt werden (begrenzte Anzahl). 

 

Nachtaktive Tiere – Lichtverschmutzung vermeiden
Kunstlicht sorgt für Sicherheit, aber oftmals brennt Licht, wenn wir es nicht brauchen (Leuchtreklamen, dekorative Lampen im Garten etc.). Die Lichtverschmutzung ist einer der Ursachen des Insektensterbens. Nachts sollte es dunkel bleiben, da viele Wildtiere nachtaktiv sind. Kunstlicht reduziert ihre Tarnung vor Fressfeinden, Zugvögel werden verwirrt, Fledermäuse werden bei Jagen gestört oder Nachtfalter verlieren die Orientierung und flattern sich zu Tode. Im Merkblatt Lichtverschmutzung finden Sie Tipps für einen bewussten Umgang mit Licht. 

 Weitere interessante Merkblätter
Wildtierfreundliche Gestaltung des Gartens
Vogelfreundlicher Garten

 

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