Arboner Frauen vor hundert Jahren
Italienerinnen bei «Heine»
Die Stellung der Frauen wurde in der Geschichtsforschung bisher recht stiefmütterlich behandelt. Im Museumsarchiv schlummern jedoch zahlreiche Bilder und Dokumente, die das Leben der Frauen aus allen Gesellschaftsschichten unserer Stadt anschaulich widerspiegeln. Zusammen mit der Ausstellung des Thurgauer Frauenarchivs werden noch bis zum 28. September ein paar besonders spannende Beispiele gezeigt: Arbeiterfrauen in der Velofabrik des G. A. Saurer, Italienermädchen bei Heine, ihre Arbeitsplätze in der weltweit zweitgrössten Stickerei und ihr Zuhause, die Pension «Flora», ein Wohnheim für Sekretärinnen aus Süddeutschland, die Arbeitersiedlung «Heinehof», der Lebensweg der Anita Saurer, Tochter von Hippolyt Saurer.
Notküche und Arbeitslose
All diese Beispiele berichten von der Stellung der Frauen zur Zeit der stürmischen Industrialisierung an der Schwelle des 20. Jahrhunderts. Die Suppenküche in der Arboner Rebenturnhalle und die Notküche in einer Fabrikhalle erinnern an Krisenzeiten mit hunderten von Arbeitslosen, das Notspital im Rebenschulhaus an die Grippeepidemie nach dem Ersten Weltkrieg. Zusätzliche Erläuterungen geben Antworten auf Fragen über einen turbulenten, schwierigen Zeitabschnitt in der Geschichte unserer Stadt. (mga)
Quelle Tagblatt, 17. September 2003
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