Familien in Not
Der Erste Weltkrieg verursacht in unserem Land tief greifende Veränderungen. Die ernste militärische Bedrohung, wirtschaftliche und Ernährungsengpässe, der Niedergang der Stickerei schaffen Probleme, auf die man nicht eingestellt ist. Einerseits geraten viele Familien in echte Notlage, vor allem wegen der Lebensmittelknappheit und der damit verbundenen Teuerung, die Männer sind im Militärdienst, Erwerbsersatz gibt es kaum, Notküchen werden in Arbon eingerichtet.
Andererseits hält sich die Beschäftigungslage erstaunlich gut. Saurer liefert Lastwagen an die neuorganisierte Armee. Und um das Kriegsmaterialausfuhrverbot zu umgehen, wird je ein Lastwagenwerk in Suresne bei Paris und in Wien gebaut, eine weitere Fabrik in Lindau. Saurer-Lastwagen stehen in beiden Kriegsparteien im Einsatz. In Wien werden übrigens noch bis 1959 Saurer-Wagen gefertigt. Die grosse Grippewelle 1918 kostet in Arbon zahlreiche Opfer, auch bei Kindern und Jugendlichen. Das Rebenschulhaus wird zum Grippespital umfunktioniert. Der Generalstreik bringt ernste Unruhen. 13 örtliche Streiks zwischen 1900 und 1934 sind ernsthafte Auswirkungen der Konjunkturschwankungen auf Seiten der Arbeiterschaft. Der längste Streik mit Aussperrung bei Heine dauert länger als sechs Monate.
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